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Hernals
| In Hernals wurden dokumentarische und pseudodokumentarische vorgänge jeweils von zwei kameras gleichzeitig von verschiedenen blickpunkten aus aufgenommen. dieses material wurde in seine einzelnen bewegungsphasen zerlegt. in der montage wurde jede phase verdoppelt. die dabei verwendeten techniken variieren. der ton wurde ebenfalls verdoppelt, auch hier mit verschiedenen techniken. zwei verschieden wahrgenommene wirklichkeiten, eben aus den bedingungen des films, werden zu einer synthetischen wirklichkeit montiert, wo alles wiederholt wird. diese verdoppelung zerstört das postulat: identität von abbild und bild. verlust der identität, verlust der wirklichkeit (cf. schizophrenie). man stelle sich ein theaterstück vor, wo die akteure jeden satz zweimal sagen, jede geste zweimal machen, jede szene zweimal spielen und man begreift vielleicht die ungeheuerlichkeit unserer wirklichkeit, in der nichts wiederholbar ist. zeit wird nicht angehalten, doch verlängert, zeit als riß zwischen abbild und bild, zeit die raum schafft. (peter weibel)
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