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Legal Errorist
| Eine Performance der Transformation, eine Transformance, wechselt das Medium und begegnet einer Kamera, die zum Tanz aufspielt – unter den lauernden Augen eines sich mitkrümmenden Raums. Der „Legal Errorist“ – verkörpert von der Tänzerin Stephanie Cumming – ist nun ein Wesen, das nicht aufhören kann, abzustürzen. Die plötzliche Überwältigung durch den „Error“, den Systemfehler, erzeugt die Besessenheit dieser Kreatur. Sie begibt sich lustvoll durch eine Reihe von Verwandlungen, weil das, was eine simple Maschine an ihre Grenzen stößt, dem „Legal Errorist“ als Lernprogramm dient.
Film und Performance – Parallelprojektion oder artikulierte Interferenz?
Riesenhaft wie ein Gebirge kommt der Körper des „Errorist“ auf den Boden hinab und landet mit einem eigensinnigen Geräusch, das fern von allem Menschlichen entsprungen scheint. Wie ihr eigener Regisseur spricht sie aufgeregt mit unzähligen unsichtbaren Mitarbeitern. Sie spricht zum Mikrophon, nicht hindurch. Unheimlich animierte Welt der Objekte, die zu Mitwesen werden, wenn ein Wesen sich selbst nicht genau einordnen kann.
Als gelte dies nicht dem diffusen Zuschauerkollektiv, sondern einem höheren Wesen in der Dunkelheit, brüllt „Legal Errorist“ trotzig „What?!?“. Und sie beginnt den Blick durch den Katalog ihrer Körperteile zu locken. Die fatal gebündelte Aufmerksamkeit des Voyeurs erscheint invertiert zum sich entgegenstülpenden Körper, anamorphotisch verzerrt durch das extreme Weitwinkel-Objektiv. Dokumentiert dieser Blick eine schmutzigen Subjektivität oder schaut diese geschlossene Welt als ihr eigenes Objektiv zurück? Die Kamera als gewitzte Verbündete beim Gegenangriff des ausgestellten Körpers.
(Katherina Zakravsky)
Printgrafik: Errorist 5.jpg
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